Weltuntergang im Garten erlebt

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Loading... Gebrutzelt am Donnerstag, 20. Dezember 2012, und eingepflanzt in: Veranstaltungen & Termine
Im Garten den Weltuntergang erleben.

Wir alle haben vom Weltuntergang gehört, aber nur wenige glauben wirklich daran: Am 21.12.2012 geht die Welt unter.
Verschwörungstheoretiker laufen zur Höchstform auf und Berufspessimisten kaufen vorsichtshalber einfach mal keine Weihnachtsgeschenke – denn was nützt es, wenn wir sowieso alle sterben werden? Sicher ist: Ja, wir werden alle sterben. Die Frage ist nur, wann.

Die Legende vom Weltuntergang 2012 geht auf die Tatsache zurück, dass der Kalender der Maya an diesem Tag endet. Da kann man als Pessimist ja nur Böses wittern! Aber wer sagt uns denn, dass der Kalender deshalb endet, weil die Maya den Weltuntergang vorausgesehen haben? Vielleicht wurde der fleißige Schreiber ja nur zum Essen gerufen und hat danach vergessen, den Kalender fertig zu schreiben? Und überhaupt: Wenn jedes Mal dann, wenn ein Kalender endet, die Welt untergeht, hätten wir auf jeder Silvesterparty das Vergnügen eines Weltuntergangs – vielleicht haben wir aber auch die ganzen Weltuntergänge einfach nur verpasst, weil das Feuerwerk so laut war? Wenn dem so wäre, dann würden wir ja auf einer längst in die Luft geflogenen Erde einfach so weiterleben, aus purer Unwissenheit, frei nach dem Motto: Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Oder war es umgekehrt?
Fakt ist: Weltuntergänge werden immer wieder prophezeit, nur eingetroffen ist bisher keiner. Irgendwie dreht die Erde sich immer weiter. Wahrscheinlich, weil sie noch nie vom Maya-Kalender gehört hat.
Trotzdem üben Weltuntergangsszenarien eine ganz besondere Faszination aus, besonders dann, wenn sie von spektakulären Explosionen begleitet werden und alle schreiend im Kreis rennen, bis ein amerikanischer Actionheld die Katastrophe abwendet und die schöne junge Heldin erobert.

Gartenfreunde aber reagieren anders! Gärtner sind schließlich bodenständige Menschen, die das Leben lieben und wissen, wie man es sich gut gehen lässt! Was spricht also dagegen, den letzten Tag der Welt am Grill zu feiern und als Henkersmahlzeit ein leckeres Würstchen zu genießen? Sollte der Weltuntergang verregnet sein, kann man ja auch im Gartenhaus feiern oder unter dem Carport grillen.
Auch von der Terrasse aus hat man einen herrlichen Blick auf den Weltuntergang, solange man daran denkt, für die Gäste kuschelige Wolldecken bereitzulegen. Mit einem kleinen Grill lässt sich auch vom Balkon aus die Weltuntergangs-Party genießen, solange der verführerische Duft des Grillguts nicht zu viele Nachbarn anlockt. Wer sich nicht ganz sicher ist, ob man sich auf den Weltuntergang wirklich verlassen kann, der sollte vor einer rauschenden Gartenparty besser noch eine Versicherung abschließen. Es wäre zu ärgerlich, wenn beim Grillen etwas zu Bruch geht und die Welt sich dann einfach weiter dreht.

Noch ärgerlicher ist ein ausgefallener Weltuntergang allerdings am Morgen nach der Gartenparty. Die Wolldecken für die Gäste hat der Wind in die matschigen Beete geweht, der Grill strotzt vor Fettflecken und die halb leeren Gläser stehen im ganzen Garten verteilt. Das letzte Würstchen hat der Hund im Rosenbeet vergraben und läuft jetzt stolz mit seinen schmutzigen Pfoten ins Haus. Da weiß man dann nicht, was schlimmer ist – der Weltuntergang oder das Aufräumen nach der Party! Die nächste Grillparty feiern wir dann besser erst, wenn Elvis zurückkommt oder die Außerirdischen landen. Aber diesmal wirklich!



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