Von pikierten Tomaten und glücklichen Schnecken

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Loading... Gebrutzelt am Sonntag, 10. Juni 2012, und eingepflanzt in: Blumen & Pflanzen
Wie pikiert man Tomaten?

Kennt Ihr das? Ihr wacht eines Morgens auf und wisst, welches Garten-Projekt Ihr unbedingt in die Tat umsetzen müsst. Mir ging es so, als ich mir in den Kopf setzte, Tomaten zu pflanzen. Selbstverständlich hatte ich schon viel darüber gehört wie empfindlich Tomaten sind, aber das konnte mich nicht schrecken.
Ich war guter Dinge, denn die Jahreszeit war auf meiner Seite: Die Tage wurden länger, aber die Heizung war noch warm. Das waren beste Voraussetzungen für eine Vorkultur auf der Fensterbank! Ich kaufte ein kleines Gewächshaus, steckte das Saatgut in die Erde und sprühte es vorsichtig ein – schließlich wollte ich die winzigen Tomatenkerne nicht wegschwemmen!

Von da an schweifte mein Blick immer wieder zur Fensterbank, aber nichts tat sich. Bis eines Tages endlich die ersten zarten Triebe erschienen. Ich führte einen Freudentanz auf und visionierte köstliche Tomaten mit Mozzarella und frischem Basilikum aus der Kräuterspirale. Lecker!

Als ich das nächste Mal zur Fensterbank blickte, hatte unser Hauskater „umgegraben“ und grinste mich stolz an – die Erde zitterte noch in seinen Barthaaren. Also beschloss ich, die Überlebenden zum Trost zu pikieren, denn Tomaten mögen das, warum auch immer, aber es steht so im Gartenbuch. Ich dachte mir, wenn auf mich jemand mit der Schaufel drauflosginge, wäre ich auch pikiert, und tat den Tomaten seufzend den Gefallen.

Dazu holte ich Kübel aus dem Gartenschuppen, als mir plötzlich eine Spinne über den Arm huschte, für die man wahrscheinlich Hundesteuer zahlen müsste. Wieder führte ich einen Tanz auf, allerdings diesmal nicht vor Freude. Als ich dann endlich die noch heilen Tomaten in die ebenso noch heilen Kübel gepflanzt hatte, stellte ich sie in den Wintergarten, um sie schonend „auszuwildern“. Das funktionierte so gut, dass die Tomaten am nächsten Morgen weg waren. Irgendwo im Gebälk hörte ich das zufriedene Rülpsen einer satten Schnecke. Tja. Vielleicht nächstes Jahr…



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