Selbstgemacht: Gartenhaus-Bausatz auf Punktfundament

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Loading... Gebrutzelt am Donnerstag, 15. Juni 2017, und eingepflanzt in: Gartenhäuser

Selbstgemacht: Gartenhaus-Bausatz auf Punktfundament

Selbstgemacht: Gartenhaus-Bausatz auf Punktfundament

Dieser Artikel beschreibt neben den notwendigen
Vorbereitungen ausführlich den
Bau eines Punktfundaments und etwas oberflächlicher den
Aufbau von Gartenhaus oder Laube als Selbstbausatz.

Eine Bauanleitung für ein Hochbeet im Selbstbau findet sich hier: Hochbeet selbstgebaut – Bauanleitung

Der Traum vom eigenen Häuschen im Garten oder auch die Notwendigkeit eines überdachten trockenen Plätzchens kann dieser Tage bei herrlichem Herbstwetter in die Tat umgesetzt werden. Für alle Kurzentschlossenen folgen hier Tipps zum Aufbau eines Gartenhaus als Bausatz. Bausätze für Gartenhäuser sind günstig und natürlich auch teurer nicht nur im Baumarkt zu bekommen. Es gibt unzählige regionale und überregionale Anbieter, die Gartenhäuser nebst Zubehör über das Internet anbieten. Weitere Info zu Herstellern und Anbietern von Gartenhäusern, CarPorts, Kotas usw. finden sich weiter unten.
 

Vorbereitungen nach Anlieferung und vor Aufbau des Gartenhaus-Bausatzes

Wurde der Gartenhaus-Bausatz angeliefert, beginnen die Vorbereitungen für den folgenden Aufbau. Als erstes sollten alle Teile und Bauelemente auf Vollständigkeit oder mögliche Schäden überprüft werden. Ebenso ist es wichtig, die benötigten Geräte bereit zu legen.

Dazu gehören z.B. ein

  • Akku-oder Elektroschrauber
  • Schlitz- oder Kreuzschraubenzieher
  • Gummihammer,

der den vorsichtigen Ausgleich von entstandenen Spalten übernimmt und das Holz nicht zerstört.

Um die bestmögliche Stabilität und Langlebigkeit der Gartenlaube zu gewährleisten, sollte sie auf einem robusten und haltbaren Untergrund aufgebaut werden. Ein Punktfundament eignet sich optimal dafür und kann ideal auf die Maße des Hauses abgestimmt und vorbereitet werden.

Punktfundament für Gartenhausbau

15 Punkte ergeben das Punktfundament für ein Gartenhaus 300 x 300cm

 

Herstellung Punktfundament für Gartenhaus

Eine einfache und kostengünstige Variante für ein selbstgemachtes Fundament für ein Gartenhaus ist die Variante „per Eimer“. Dazu benötigt werden lediglich ein paar Bau- oder Stalleimer aus dem Baumarkt (ohne Tülle, Skala, verzinktem Bügel usw. – die günstigste Variante reicht vollkommen aus!), Fertigmörtel (Zement-Sand-Gemisch) und für das Anmischen des Fertigmörtels im Idealfall eine Zementwanne/Mörtelkübel, eine Schaufel und Wasser. Alternativ zum Baukübel/Mörtelwanne kann auch eine feste Plane auf dem boden dienen. Bei Auswahl der Schaufel auf ein Modell mit gerader Kante achten („Holsteiner Schaufel“).

Baueimer oder Stalleimer

Bau- oder Stalleimer aus dem Baumarkt werden als Form für die Betonsockel (Fundamentpunkte) benutzt


Die Baueimer sind vor Gebrauch am besten mit etwas Öl (Salat-, Oliven- oder Maschinenöl – was gerade zur Hand ist) auszuwischen, damit der Mörtel nicht kleben bleibt und der fertige „Fundamentpunkt aus dem Eimer“ geschmeidig aus dem Gehäuse flutscht. Der fertig und nach Anleitung „angerührte“ Mörtel wird dann jeweils randhoch in die Baueimer gefüllt und verbleibt hier mindestens 24 Stunden, bevor die Eimer umgestülpt und die fertigen Betonfundamente in Augenschein genommen werden. Nicht vergessen, die Gerätschaften mit Wasser zu reinigen!
Je nachdem wieviele Fundamentpunkte benötigt werden, werden nun die Eimer auf ein Neues gefüllt um weitere „Betonsockel“ herzustellen. Sind ausreichend Fundament-Punkte vorhanden, werden die Eimer nicht weiter benötigt, ebenso können Mörtel und Gerätschaften verschwinden.

Vor dem Ausmessen der geplanten konkreten Fundamentfläche und der jeweiligen Plätze für jeden einzelnen Betonsockel sollte die gesamte Fläche waagerecht ausgerichtet werden. Hat man es mit einer Wiese zu tun, erweist es sich als äußerst hilfreich, die Grasnarbe zuvor abzutragen, um die Fläche mithilfe eines Kantholzes und einer Wasserwaage eben und waagerecht zu ziehen. Ausgleichen kann man nun mit Erde.

Ist die Fläche eben, wird damit begonnen, den Boden zu verdichten, um etwas mehr Stabilität für die Betonsockel zu erhalten und ein Absacken zu verhindern. Letztendlich verteilt sich später das Gewicht des Gartenhauses mehr oder weniger gleichmäßig auf alle „Punkte“ und alle werden sicherlich etwas nachgeben, aber sehr wahrscheinlich dann gleichmäßig und an jeder Stelle in etwa gleich viel. Um aber lockeren Boden und Löcher etc. zu beseitigen, trampelt man ordentlich kräftig Schuh-an-Schuh mehrmals auf der geplanten Fundamentfläche herum, bis der gesamte Bereich festgetrampelt ist. Optisch besonders gelungen schaut das Ganze aus, wenn ein Brett benutzt wird, um abschließend die Fläche anzudrücken: Das Brett wird Stück um Stück auf die Fläche gelegt und getrampelt wird nun nicht mehr auf der Erde, sondern auf dem Brett. Auf jeden Fall insgesamt eine interessante Übung für den gesamten Bewegungsapparat!

Auf die so gestaltete Fläche werden nun die einzelnen Punkte verteilt. In unserem Beispiel für ein Gartenhaus 300 x 300cm wird alle 60cm ein Punktfundament gesetzt. Jeder „Betonsockel aus dem Eimer“ wird ca. zur Hälfte in die Erde eingelassen und so arbeitet man sich nach dem Ausmessen Punkt um Punkt voran, bis alle Betonsockel in ihren Löchern sitzen. Im zweiten Schritt stellt man eine Schubkarre Kies auf die Fundamentfläche, hebt jeden Sockel nacheinader aus seinem Loch und bringt 1-2 Schaufeln Kies in jedes Loch, bevor der Sockel aus etwas mehr Höhe zurück ins Loch gestampft wird, um auch das Kiesbett auf jeweils 5-10cm Höhe zu komprimieren. Dieses Vorgehen mag umständlich sein, garantiert jedoch erfahrungsgemäß die besten Ergebnisse.

Punktfundament ausgleichen

Mithilfe eines Kantholz werden die verschiedenen Höhen der Sockel angeglichen


Das Foto zeigt 15 Fundamentpunkte für unser Gartenhaus 300 x 300cm. Die Betonfundamente müssen nun aufeinander ausgerichtet werden: alle benötigen die gleiche Höhe, was durch ändern des Kiesbettes erreicht werden kann. Das Ausrichten aller Betonsockel nimmt dann etwas mehr Zeit in Anspruch 😉 Sehr hilfreich ist hier wieder das ausreichend lange, möglichst gerade und ungewundene Kantholz, welches auf die Fundamentpunkte aufgelegt wird, um Höhendifferenzen auszumachen. Ebenso dient das Holz als Auflage für die Wasserwaage, um das Fundament waagerecht auszurichten. Ein Metermaßband hilft ideal dabei, die erforderliche Rechtwinkeligkeit zu kontrollieren, indem die beiden Diagonalen des gesamten Punktfundaments gemessen und in Übereinstimmung gebracht werden.
Fundamenthöhe anpassen

Alle Fundamentpunkte (Betonsockel) müssen gleich hoch sein


Sind alle „Punkte“ des Fundaments auf gleicher Höhe und stimmen die Winkel und Abstände, kann Erde auf den Ausgleichskies um die Fundamentpunkte herum eingebracht und festgetreten werden; das Fundament ist danach fertiggestellt.

Für die Herstellung des Fundaments als Punktfundament werden benötigt:

  • 5-15 12L Stall- oder Baueimer aus dem Baumarkt
  • etwas Öl um die Eimer geschmeidig zu machen
  • Fertigmörtel in ausreichender Menge
  • Baukübel/Mörtelwanne oder alternativ Plane zum Anmischen
  • Schaufel Modell „Holsteiner“ (mit gerader Kante)
  • Kies als Ausgleichsfüllung in ausreichender Menge
  • evtl. Brett für abschließende Bodenverdichtung
  • Kantholz in ausreichender Länge zum Ausgleich der Betonsockel untereinander
  • Wasserwaage
  • Bandmetermaß
  • evtl. Schubkarre
  • evtl. Brett für abschließende Bodenverdichtung
  • evtl. Stampfer zur Bodenverdichtung

 

Aufbau Gartenhaus-Bausatz auf Punktfundament

Der Aufbau wird jeweils detailliert in der Bauanleitung der Selbstbausätze für Gartenhäuser beschrieben – daher gibts hier nur einen groben Überblick.

Dachpappe als Wassersperre

Dachpappe wird als Wassersperre zwischen Fundamentholz und Punktfundament gelegt


Auf das fertige Punktfundament werden die Fundamenthölzer in regelmäßigen Abstand zueinander gelegt und jeweils mit einem Stück Dachpappe unterlegt, um eine Feuchtigkeitssperre zwischen Betonsockel und Fundamentholz zu gewährleisten.
Die ersten einzelnen Teile, die zu den jeweiligen 4 Wänden gehören, können jetzt bereits an jede Seite gelegt werden. Das bietet bereits eine erste grobe Übersicht über die an welcher Seite zu verwendenden Bauteile. Dazu gehören z.B. die größten Teile, wie die Vorderwand, Rückwand und Seitenteile. Zur Vorderwand und ebenso zur Rückwand gehören jeweils zwei Windfedern, zwei Leisten zur Eindeckungsbefestigung und jeweils ein Giebeldreieck. Sortieren Sie für die einzelnen Wände die benötigten Wandbohlen, Pfetten und Traufbretter laut Anleitung. Diese sind in der Anleitung meist mit Buchstaben und Nummern versehen. So ist mit dieser Vorsortierung bereits ein wesentlicher Schritt getan.
Bauteile für Gartenhausselbstbausatz vorsortieren

Die einzelnen Bauteile für den Gartenhaus-Bausatz am besten zuvor etwas sortieren


Die nummerierten Wandbohlen für die Seiten-, Rück- und Vorderwand werden jetzt als nächstes auf dem Punktfundament zusammengesteckt, wobei der Gummihammer und ein zusätzliches Stück Holz helfen. Bei der Auswahl der richtigen Wandbohlen erfolgt die Orientierung natürlich streng anhand der Anleitung. Zu achten ist auf die Beschreibung der einzelnen Bohlen. Bereits beim Zusammenbauen der ersten Wandbohlen muss dringend darauf geachtet werden, dass diese im rechten Winkel zueinander stehen. Auch in den nächsten Arbeitsschritten den rechten Winkel immer wieder überprüfen!
Fundament für ein Gartenhausselbstbausatz

Die ersten Balken liegen auf den Fundamenthölzern des Bausatzes


Die Wände werden jetzt nur bis zur 3. oder 4. Wandbohle weiter aufgebaut. Daraufhin erfolgt zunächst das Einsetzen der Tür, die unten in jedem Fall fest aufliegen muss. Auch bei diesem Schritt sollte überprüft werden, ob die Tür waagerecht und rechtwinklig ausgerichtet ist, sonst nachbessern. Nach Einsatz der Tür werden die Seitenwände bis ca. zur 7. Bohle weiter zusammengesetzt – abhängig davon, in welcher Höhe das oder die Fenster geplant sind.
Tür und Fenster für das Gartenhaus im Bausatz

Tür und Fenster werden eingesetzt. Achten Sie dabei auf „innen und außen“: Im Foto ist das verkehrt herum eingesetzte Fenster zu erkennen. Dieser Fehler wurde erst nach Bauabschluss bemerkt und ließ sich glücklicherweise dennoch relativ unkompliziert beheben.


An der Vorderwand sollte jetzt auf den Ausschnitt der Fenster geachtet werden. Hier sind die einzelnen Bohlen deshalb viel kürzer. Bereits nach zwei kleinen Wandbohlen, können die Fenster vorsichtig eingesetzt werden. Auch diese auf Ihre Ausrichtung überprüfen und darauf achten, dass sie richtig herum eingesetzt werden (Fenster öffnen nach innen!).
Die Vorder- und Rückwand finden mit dem jeweiligen Giebeldreieck ihren Abschluss. Das unfertige Gartenhaus wird jetzt sicher noch etwas instabil wirken, dies wird allerdings mit der kompletten Fertigstellung ausgeglichen. Ebenfalls ist zu beachten, dass diverse kleine Spalten in der Konstruktion ihren Sinn ergeben. Sie sorgen für mehr Spielraum, denn das Holz „arbeitet“ mit der Zeit.
fast fertig aufgebauter Gartenhaus-Bausatz

Fast fertig: es fehlen Dach und Fußboden.


An der Vorderwand beginnend werden nun die einzelnen Dielen für den Fussboden verlegt. Die Nut zeigt dabei immer zur Wand. Die Fussleisten werden auf Gehrung gekürzt und angebracht. Eventuell erweist es sich als angebracht, zusätzlich zum mitgelieferten Fußboden einen zweiten quer und direkt darüber zu legen, um etwas mehr Stabilität zu bekommen.
Fußboden der Gartenlaube

Blick ins Innere: Hier wird der Fußboden zuletzt eingebaut, was allerdings auch bereits vor dem Eindecken passieren kann. Aufgrund der 60cm Abstand zwischen den Fundamenthölzern und den 19mm Bodendielen wurde für einen zusätzlichen zweiten Fußboden quer zum unteren entschieden


Zur Fertigstellung des Daches wird mit den Firstpfetten begonnen, die bündig mit der Giebelfläche vernagelt werden. Die Dacheindeckung liegt bei den meisten Bausätzen in Ihrem Ermessen: Sie können sich für Bitumen-Dachschindeln oder Dachpappe in unterschiedlicher Farbgebung entscheiden.

Mit einer Regenrinne kann zusätzlich aufgerüstet werden. Für eine besondere Stabiliät sollte auch noch die Sturmsicherung verbaut werden: Die Windverankerungsleisten sind in der Bauanleitung gekennzeichnet.

Für den Aufbau der Gartenlaube als Bausatz benötigen Sie einen Helfer; spätestens bei der Montage des Daches. Für den gesamten Aufbau und die Dacheindeckung inklusive der meist nicht per Anleitung geschilderten Dachrinnenmontage benötigen Sie als Durchschnittshandwerker 2 Tage.

fertige Gartenlaube als Selbstbausatz

Fast ganz fertig: Das Dach wurde zur Übernachtung behelfsmäßig mit einer Plane abgedeckt, um es vor Regen zu schützen.



Bisher gibts 3 Reaktionen auf diesen Artikel
“Selbstgemacht: Gartenhaus-Bausatz auf Punktfundament”:
  1. Jan sagt:

    Mir war bisher nicht klar, dass man kein durchgehendes Fundament benötigt. Bisher sah ich immer Gartenhäuser, die auf einer Betonplatte befestigt wurden. Natürlich ist es mit diesen Punktfundamenten viel einfacher.
    ein Nachteil hat die Sache vielleicht: Ungeziefer kann sich unterhalb des Bodens ziemlich leicht einnisten.

    Schöner Artikel, Danke
    Gruß Jan

  2. Klaus sagt:

    Ein Punkfundament war mir bisher nicht bekannt. Danke für den Artikel. Ich verweise in meinem Artikel gerne auf diese Seite!

    Grüße vom Niederrhein
    Klaus

  3. Palmen für Garten | Oleg Klimenkow sagt:

    Wow was für ein Super Artikel!
    Hallo und danke an den Ersteller.
    Ich selber besitze einige Palmen für den Garten und es ist jedesmal ein Krampf diese vielen in Haus zu bringen.Ich hab mir schon immer so ein Häuschen gewünscht in dem mal ein Winterparadiese für Palmen einrichten könnte.

    Oft ist warme Heizungsluft,das licht der Lampen und die Feuchtigkeit in einem Wohnraum nicht so gut für eine Palme, da wäre es besser wenn es extra so ein Gartenhaus bekommen könnte

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