Heizpilz und Terrassenstrahler im Garten

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Loading... Gebrutzelt am Mittwoch, 29. Februar 2012, und eingepflanzt in: Gartenwerkzeug und Gartengeräte

Natürlich hat der Gedanke, mit netten Menschen den Abend an einer Feuerstelle im Freien zu verbringen, etwas Verlockendes. Seit der Mensch herausgefunden hat, wie man Feuer macht, gibt es die Tradition, sich um eine Wärmequelle zu versammeln, heute ist diese Wärmequelle aber leider oft ein Heizstrahler. Elektrische Heizstrahler oder Terrassenstrahler mit Gas suggerieren uns, dass wir auch bei kühler Witterung das Beisammensitzen im Freien genießen können, solche Heizpilze und Gasheizer sind aber leider eine regelrechte Umweltsünde.

Der Klimawandel und der Mangel an Rohstoffen haben uns allen längst klar gemacht: Umweltschutz ist nichts, was “die da oben” regeln müssen, sondern auch “wir da unten”, nämlich auf unserer Terrasse – und zwar ohne einen Terrassenheizstrahler oder Gas-Terrassenstrahler.
Eine Terrassenheizung oder ein Gasheizstrahler scheinen natürlich eine wunderbare Sache zu sein, nicht nur für Privatleute, sondern auch für Gastronomiebetriebe, die Sitzplätze im Außenbereich anbieten. So ein Gaspilz, auch Heizpilz genannt, lockt sicher Gäste auf die Terrasse, was für den Gastronom zusätzliche Plätze, also zusätzlichen Umsatz bedeutet.

Das Klima aber wird durch Terrassenheizer wie Terrassenstrahler mit Gas oder auch elektrische Heizstrahler auf geradezu absurde Weise belastet. Denn es ist vollkommen widersinnig, das Haus mit einer energiesparenden Wärmedämmung zu versehen und dann mit einem Heizpilz die CO2-Emission in die Höhe zu treiben. Denn jeder Terrassenstrahler, sei es nun ein Gaspilz oder ein strombetriebener Heizstrahler, verbraucht innerhalb einer Stunde die gleiche Energie, mit der man einen geschlossenen Raum im Niedrigenergiehaus bis zu zehn Stunden warm halten kann. *
Auf den ersten Blick betrachtet scheinen elektrische Terrassenheizer zwar weniger Energie zu verschlingen als Gasheizstrahler, da die Gewinnung von Strom in Deutschland aber sehr energieaufwändig und CO2-intensiv ist, macht es für den Treibhauseffekt keinen Unterschied, ob ein “sparsamer” elektrischer Heizstrahler zum Einsatz kommt oder ein Gasheizer. Auch, ob es sich um einen mit Gasflaschen betriebenen Gaspilz handelt oder um einen Gas-Terrassenstrahler, der an das Erdgasnetz angeschlossen ist, macht keinen Unterschied. Gas-Fackeln sind übrigens auch keine Alternative. Stimmungsvolles Licht lässt sich auch mit Solarlampen in den Garten zaubern, und wer unbedingt lebendig flackerndes Licht möchte, sollte lieber die Gas-Fackel entsorgen und schöne Windlichter mit Kerzen im Garten verteilen.
Die beste “Terrassenheizung” ist eben immer noch die gute alte Strickjacke. Und wer als Gastronom denkt “Ohne Terrassenheizstrahler bleiben doch die Gäste weg!”, der kann es auch genau andersherum sehen:

Ein Gartenrestaurant, das vielleicht mit einem Plakat darüber aufklärt, wieso es auf Terrassenstrahler verzichtet, zieht sicher neue Gäste an – und zwar umweltbewusste!

* Quelle: http://www.umweltbundesamt.de/publikationen/terrassenheizstrahler



Bisher gibts 2 Reaktionen auf diesen Artikel
“Heizpilz und Terrassenstrahler im Garten”:
  1. Heizpilze-Fan sagt:

    Sicherlich ein sehr schwieriges Thema, das auch in den Landtagen kontrovers diskutiert wird: Sollen Heizpilze verboten werden? Man sollte aber bei er Diskussion bedenken, dass nur wenige Gastronomiebetriebe Heizpilze einsetzen. Die Zahl dürfte unter 1% liegen. Fraglich ist, inwieweit hier ein massiver Schaden für die Umwelt entstehen kann. Zudem sollte man das Thema Umweltschutz immer global betrachten. Wenn wir Deutschen etwas ändern und die anderen Länder nicht – wie nachhaltig sind dann diese “Verbesserungen”?

  2. Erwin Schmidthuber sagt:

    Hallo, ich habe eine Frage zu dem Artikel: Sind denn Heizpilze bzw. Terrassenstrahler verboten oder nur die mit Gasflasche? Sind nur die elektrischen erlaubt? Danke für die Info! LG Erwin

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