Guerilla Gardening

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Loading... Gebrutzelt am Freitag, 30. September 2011, und eingepflanzt in: Gartengestaltung
Guerilla Gardening in Berlin Prenzlauer Berg

Wer noch nie von Guerilla Gardening gehört hat, wird sich vielleicht zunächst ratlos am Kopf kratzen. Guerillakämpfe und Garten scheinen so gar nicht zusammen zu passen, aber der Name entbehrt auch nicht einer gewissen Selbstironie. Trotzdem ist er treffend: Guerilla Gardeners sind schnell, sie sind leise – und sie werfen Bomben. Allerdings keine, die laut und zerstörerisch explodieren, sondern langsam und sehr lebensbejahend, denn beim Guerilla Gärtnern wirft man Bomben aus Blumensamen.
Ursprünglich als Mittel des friedlichen Widerstands und zivilen Ungehorsams entstanden, ist das Guerilla Gardening inzwischen zu einer Bewegung geworden, die gar nicht mehr aufzuhalten ist. Die positive Lebensfreude dieser Garten Piraten, die heimlich brachliegende Flächen in Städten mit bunten Blumen begrünen, ist einfach zu ansteckend. Da werden Industriebrachen, verwaiste Blumenkübel und verwahrloste Baugrundstücke in den Innenstädten zu den blühenden Landschaften, von denen die Politik anscheinend immer nur redet.
Und nicht nur in den großen Metropolen werden fleißig Samenbomben geworfen, inzwischen ist das Urban Gardening auch in Provinzstädten angekommen. Durch das Engagement der Guerilla Gardeners entstehen mitten in Kreisverkehren anarchistische Bienenweiden, die nie einen Verwaltungsweg durchlaufen haben. Selbst Nutzpflanzen und Kräuter werden inzwischen „geworfen“.
Da fragt man sich, ob das nicht auch Einfluss auf die Immobilienpreise hat. Niemand will mehr zwischen tristen Plattenbauten im Kiesbett leben. In einer Stadt aber, die fest in der Hand der Garten Piraten ist, werden die vormals grauen Nischen aber immer bunter und lebendiger. Schaut man auf ein Immobilienportal, hat man mancherorts schon die Qual der Wahl, wo es grüner und fröhlicher aussieht zwischen den Häuserzeilen in den einzelnen Stadtvierteln.
Was als Protest gegen Politiker und Städteplaner begonnen hat, hebt so langsam aber deutlich die Lebensqualität aller, denn schließlich möchte jeder Mensch auch in der pulsierendsten Großstadt immer mal wieder ein Stück wilde, lebendige Natur erleben können.

Guerilla Gardening in Frankfurt am Main:



Bisher gibts eine Reaktion auf diesen Artikel
“Guerilla Gardening”:
  1. frankie sagt:

    Literaturtipp: Die Zeit bietet ein kostenloses E-Book zum Thema Urban Gardening an:
    http://www.zeit.de/angebote/ebook/index (man benötigt u. U. eine E-Reader-Software)

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